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Vom Acker auf den Teller – die Kartoffelernte Teil III

Ein Ausflug aufs Land, die Luft riecht nach Ernte und Boden oder auch nach Stall, ein einladend eingerichteter Hofladen, die Bäuerin oder der Bauer präsentieren und verkaufen ihre Waren persönlich: Kartoffeln, frisch geerntet, vom Feld ohne Umwege und lange Lagerzeiten in die Holzkisten der Auslage oder in Jutesäcke gefüllt. Dieses Bild beschreibt das Konzept regionalen Einkaufens.

Für viele Menschen ist das möglich und ein fester Bestandteil des Einkaufsverhaltens. Je mehr sich der Lebensmittelpunkt aber in die Stadt verlagert umso schwieriger oder aufwendiger wird diese Art des Einkaufens. Glücklicherweise kommen viele Landwirtinnen und Landwirte zu den Bauern- und Wochenmärkten in die Stadt. Auch hier können Verbraucherinnen und Verbraucher frisch geerntete Kartoffeln kaufen. Wenn jedoch der Berufsalltag und die Marktzeiten dies nicht mehr zulassen bleibt nur noch der Gang in das Lebensmittelgeschäft. Verpackt und ausführlich gekennzeichnet präsentieren sich Kartoffeln dort den Verbraucherinnen und Verbrauchern.

Wie gelangt die Ware dorthin und was kann man beim Einkauf beachten?

Im zweiten Teil unserer Serie zur Kartoffelernte beschrieben wir den Erntevorgang bis zum Umladen der Knollen vom Roder in den Transportwagen. Von dort geht‘s in das Kartoffellager oder direkt in die Sortieranlage. Diese kann sich auf dem Hof oder beim Abpacker befinden.

Dort werden die Kartoffeln in verschiedene Größen aufgetrennt. Kleine Kartoffeln (Drillinge, Durchmesser 18-35 mm) können als Ganzes oder halbiert gebraten werden. Mittlere bis größere Knollen (35-55 mm Durchmesser) eignen sich praktisch für alle Kartoffelgerichte. Ganze, größte Knollen zum Backen und Dämpfen, die zusammen mit Sauerrahm oder grüner Sauce eine einfache delikate Mahlzeit darstellen.

Die Einteilung der Kartoffeln in Größenklassen hat den Sinn, Knollen für bestimmte Verwendungszwecke zur Verfügung zu stellen. Wichtig ist auch, dass die Knollen beim Kochen und Backen in etwa gleich groß sein sollten, damit sie gleichmäßig gar werden.

Kartoffeln müssen im Handel folgende Bedingungen erfüllen:

  • ganz
  • gesund
  • frei von fremdem Geruch und Geschmack
  • praktisch frei von Schädlingen und Schaden durch Schädlinge
  • frei von anormaler Feuchtigkeit

Speisefrühkartoffeln gibt es bis zum 20. August, danach geerntete Kartoffeln heißen Speisekartoffel. Für deren Zubereitung entscheidend ist der Kochtyp. Es werden drei Kochtypen unterschieden:

  •  festkochende Sorten wie Sissi oder Annabell für Kartoffelsalat, Salzkartoffeln, Gratin und knusprige Bratkartoffeln
  • vorwiegend festkochende Sorten mit einem Verwendungsspektrum für alle Kartoffelgerichte
  • mehligkochende Sorten für Suppen, Kartoffelpüree, Kartoffelnudeln oder Gnocci

In Deutschland schätzen Verbraucherinnen und Verbraucher besonders gelbfleischige Sorten, die auf dem Teller einfach besser aussehen.

Um bestmöglich zu informieren, ist die Verpackung mit nachstehenden Angaben versehen:  Adresse des Abpackers oder Exporteurs, Informationen zur Art des Erzeugnisses (z. B. „Speisefrühkartoffeln“ und Sorte), dem Ursprungsland und ggf. dem Anbaugebiet, sogenannten Handelsmerkmalen wie dem Kochtyp, der Größe oder der Fleischfarbe und schließlich einem amtlichen Kontrollstempel.

Zusätzlich geben Siegel Auskunft über die Anbauweise (ökologisch oder konventionell), über die Regionalität der Ware (z. B. Geprüfte Qualität – Bayern) und über die Herkunft aus besonderen Anbaugebieten bzw. über alte Sorten (Geschützte Herkunftsbezeichnung und traditionelle Spezialitäten, z. B. Bamberger Hörnla). Mit der Vorgabe einer zu 100 % ökologischen Produktion und der Herkunft aus Bayern verfügt das Bayerische Bio-Siegel über besonders hohe Anforderungen an die Natürlichkeit der Ware.

Die Konsumentinnen und Konsumenten haben vielfältige Möglichkeiten, die ihren Bedürfnissen und Möglichkeiten entsprechende Ware einzukaufen. Am Ende steht jedoch immer die Verwendung und diese sollte zu einer wohlschmeckenden und gesunden Mahlzeit führen, bei welcher der Geschmack der Kartoffel voll zur Geltung kommt. Man darf es gerne ausprobieren: Mit dem Erlebnis eines Besuches auf dem Herkunftsbauernhof schmecken Kartoffeln noch besser!

Alle Anbieterinnen und Anbieter von Kartoffeln auf dem Regionalportal finden Sie hier. Kartoffelraritäten bieten diese Betriebe an. Nach Eingabe Ihres Wohnortes wird die Auswahl auf Ihre Region begrenzt.

 

Zum Ausprobieren: Bratkartoffeln mal anders

Kartoffeln waschen und roh mit Schale in Scheiben hobeln.

Die Scheiben in eine Auflaufform schlichten – einfach geschichtet wird’s knusprig, mehrfach übereinander reichhaltiger – und mit zerlassener Butter übergießen.

Mit Salz und Pfeffer aus der Mühle würzen und bei 180° Umluft in den Backofen, bis die Kartoffeln goldgelb gebräunt sind. Dazu ein Dip aus Sauerrahm, als Beilage zu Kurzgebratenem oder einfach pur als Snack anstatt Chips.

An Guad´n!

Bildnachweis: Stefan Braun

Quellennachweis:

United Nations Economic Comission for Europe (UNECE)

Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF)

Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL)


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