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Süßes oder Saures?

Früher noch ein Exot in der Küche ist der Kürbis heute ein fester Bestandteil des Herbstgemüse-Sortiments.

Aber was hat es mit dem Kürbis auf sich? Und welche Bedeutung hat er bei Halloween?

 

Viele verknüpfen Kürbisse mit dem relativ jungen Trend Halloween. Tatsächlich ist der Kürbis schon seit dem 16. Jahrhundert als Viehfutter und zur Ölgewinnung in Europa bekannt. Mit der Züchtung neuer Sorten mit genießbarem Fruchtfleisch fand er ab dem 20. Jahrhundert auch in der Küche zunehmend Verwendung. Allein zwischen 2006 und 2017 stiegen die Anbauflächen von rund 1.220 auf 4.480 ha und die Erntemengen verdoppelten sich um mehr als die Hälfte auf rund 92.220 Tonnen im selben Zeitraum (Quelle: Statistisches Bundesamt).

Das was allgemein als „Kürbis“ bezeichnet wird, ist die mehrfächrige, vielsamige Panzerfrucht der einjährigen krautigen Kürbis-Pflanze, der Pflanzengattung der Kürbisse (Curcubita). Das Fruchtfleisch und die Schale variieren je nach Sorte in Konsistenz und Farbe. Kultiviert wurde die Pflanze im Süden der USA und in Mexiko.

Die beiden am meisten angebauten Arten sind der Riesenkürbis (Cucurbita maxima), zu der auch die bekannte Speisekürbis-Sorte Hokkaido gehört, und der gewöhnliche, Garten- oder Speisekürbis (curcubita pepo). Innerhalb dieser Art finden sich zahlreiche Sorten, die dem Verbraucher verschiedene Produkte liefern: Speisekürbisse, Dekokürbisse mit verschiedensten Formen und Farben, und Ölkürbisse zur Gewinnung von Kürbiskernöl.

Was hat der Kürbis nun mit Halloween zu tun? Halloween ist ein traditionelles Fest aus dem katholischen Irland. Es findet am Abend des 31. Oktobers, dem Tag vor Allerheiligen – „All hallow´s eve“ – statt. Es beruht auf der Geschichte des Iren Jack Oldfield, der den Teufel mit einer List eingefangen und erst wieder freigelassen haben soll, als dieser ihm versprach, ihn auf Lebzeiten in Ruhe zu lassen. Nach Oldfields Tod durfte er weder in den Himmel noch in die Hölle, und musste fortan als Seele in der Dunkelheit herumirren. Aus Nachsicht überließ der Teufel ihm eine ausgehölte Rübe und ein Stück glühende Kohle, die ihm als Licht dienten. So wurden zu Halloween ursprünglich Rüben ausgehöhlt und mit Kerzen versehen. Irische Einwanderer nahmen diesen Brauch mit in die USA und nachdem dort Kürbisse heimisch und zahlreich waren ersetzten diese bald die Rüben.

Und so wie damals in den USA vermischt sich Halloween zunehmend seit den 1990er Jahren mit traditionellen Bräuchen in Europa oder überlagert sie. So werden zu Erntedank im allemannischen Raum Laternen aus Herbstrüben geschnitzt und an Allerheiligen laufen Kinder im Alpenraum mit Laternen aus „Riabagoaschtern“ (Rübengesichtern) von Haus zu Haus und bekommen kleine Naschereien geschenkt. An Halloween dagegen fragen verkleidete Kinder „Süßes oder Saures“ – eine Süßigkeit oder es wird ein Streich gespielt – und es ist nicht eine Rübe, sondern ein mit einer Kerze im Inneren beleuchteter, zu einem Gesicht geschnitzter Kürbis vor der Haustür, der den Kindern den Weg zu den Nachbarn weist, die gerne bereit sind Süßigkeiten zu geben.

So ist es bei seiner vielseitigen Verwendung auch nicht verwunderlich, dass die Nachfrage nach dem Kürbis stetig steigt. Und wer kennt sie nicht: die vielen Verkaufsflächen an Straßenrändern, auf welchen Unmengen verschiedenster Kürbisse angeboten werden. Regional und saisonal. Ohne Verpackung und lange Transportwege. Komm hin, wo´s herkommt.