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Die Kirchweihgans

Am dritten Sonntag im Oktober wird in Bayern traditionell Kirchweih gefeiert. Wie der Name sagt ist es ein Fest zur Weihe der Kirche, im kirchlichen Sprachgebrauch eine Konsekration.

Genauso wie sich die Bezeichnung innerhalb Bayerns unterscheidet – zum Beispiel Kärwa in Franken, Kirwa in der Oberpfalz und Kirta in anderen Teilen Bayerns – so variiert das damit verknüpfte Brauchtum von Dorf zu Dorf und Region zu Region: Kirtazamtrogn, Kerblies-Klauen und Kirchweihbaum-Aufstellen. Allen gemein sind aber eine Predigt, das Tanzen und ein Markt, der entweder wie ein Volksfest oder wie ein Bauernmarkt gestaltet sein kann - und zu guter Letzt, der, in weiten Teilen Bayerns verbreitete Brauch, einen Gänsebraten zu essen.                                         

Gänse (Anserinae) sind eine Unterfamilie der Entenvögel. Die weiße Hausgans ist die domestizierte Form der in Mitteleuropa heimischen Graugans (Anser anser). Hausgänse werden schon seit Jahrtausenden wegen ihres Fleisches und ihrer Federn gehalten. Und wohl jedem ist die Geschichte bekannt, dass Gänse 387 v. Chr. durch ihre Warnrufe die völlige Übernahme der Stadt Rom durch die Kelten verhindern konnten.

Weil Gänse neben Kirchweih meist nur noch an Sankt Martin, Weihnachten oder Neujahr gegessen werden, sind sie ein Nischenprodukt in der bayerischen Landwirtschaft. Folglich stehen nur etwa 20.000 jährlich in Bayern gehaltene Mastgänse 5,39 Mio Masthühnern gegenüber (Agrarmärkte 2018).  Gänse werden lediglich in ihrer Aufzuchtphase und während der Mast nur über Nacht in Ställen gehalten. Sonst verbringen sie die Zeit auf dem Grünland oder auf abgeernteten Feldern. Mit ihren Schnäbeln, die durch scharfe Rillen gekennzeichnet sind, können sie auch die Strünke von Maispflanzen verzehren. In der bäuerlichen Freilandhaltung werden Gänse dann ab einem Alter von mindestens 60 Tagen geschlachtet.

Im Regionalportal sind bereits 92 Betriebe registriert, die Gänse in ihrer Produktpalette anbieten.

Auch dieses Jahr heißt es an Kirchweih also: „Gans“ oder gar nicht!

 

Bildnachweis: Christian Birzele, LfL