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Über uns


Der Blaudruck – eine 250-jährige Familientradition

Unter Blaudruck versteht man ein Färbeverfahren für Leinen- oder Baumwolle.
Es handelt sich dabei um einen Reservedruck. Das gewünschte Muster wird mit sogenannten Modeln mit einer Schutzmasse, dem „Papp“ auf den weißen Stoff gedruckt. Anschließend werden die Stoffe mit Indigo blau gefärbt und letztendlich der „Papp“ wieder herausgewaschen, wodurch das typische weiße Muster auf blauem Grund entsteht.

Der erste Blaudruck in Deutschland wurde 1689 oder 1690 von Jeremias Neuhofer in Augsburg hergestellt. Die neue Technik verbreitete sich sehr schnell.

Das Handwerk des Blaudrucks nahm seinen eigentlichen Aufschwung im 18. Jahrhundert. Bedruckt wurden vor allem Stoffe für Bettwäsche, Vorhänge, Tischdecken und Frauenkleidung.

Vor der Industrialisierung erkannte man Reichtum vor allem an aufwändigen Stickereien oder der Bildwirkerei.
Da beim Blaudruck hauptsächlich handgewebte Leinenstoffe der ländlichen Bevölkerung bedruckt wurden, galt er zunächst als eine Kunst der armen Leute.

Durch die Industrialisierung wurde es möglich, Stoffe mit maschinellem Walzendruck zu bedrucken. Dies bedeutete für die meisten Blaudruckerwerkstätten leider das Ende.
Auch im Bestand meines Großvaters befinden sich verschiedene Model, die er aus dem Bestand aufgegebener Blaudruckerwerkstätten erwerben konnte.

Der Blaudruck in meiner Familie

1647 wird der erste Färbermeister im Stammbaum meiner Familie erwähnt. Durch ihn wurde die Technik des Blaudrucks erlernt und ausgeübt.
Bis zu meinem Großvater wurde das Handwerk durchgehend innerhalb meiner Familie von Generation zu Generation weitergegeben.
Leider fand die über 250-jährige Tradition mit dem plötzlichen und unerwarteten Tod meines Großvaters ihr Ende und konnte nicht mehr weitervermittelt werden.

Seit meiner Kindheit war ich immer schon fasziniert von den vielen Holzmodeln mit ihren schönen Mustern, die seit dem Tod meines Großvaters ungenutzt in der alten Werkstatt und teilweise auch im Wohnhaus lagerten und darauf warteten, wieder entdeckt zu werden.
Ich bin sehr froh, dass ich viele Original-Model aus der ehemaligen Werkstatt erhalten konnte. Die Einrichtung der Werkstatt befindet sich heute zur Veranschaulichung im Heimatmuseum in Wasserburg am Inn.

Da die Model jahrelang nicht benutzt und leider auch nicht fachgerecht gelagert wurden, musste ich zunächst alle Model in einem speziellen Verfahren mit Leinöl behandeln, um sie bei den ersten Druckversuchen durch den Kontakt mit Wasser nicht zu beschädigen.
Erklärt wurde mir dieses Verfahren von einem Formenstecher aus der Nähe von Passau, einem der letzten, die dieses ebenfalls sehr seltene Handwerk noch ausüben und beherrschen.
Zudem war und ist es immer noch nötig, viele Model aufzubereiten. Es müssen z. B. verbogene Drähte vorsichtig gerade gebogen oder fehlende Rapportstifte wieder neu gesetzt werden.
Nach und nach bin ich dadurch aber in der glücklichen Lage, Ihnen eine große Auswahl verschiedenster, zum Teil sehr alter, Muster anbieten zu können, mit denen Sie Ihre Stoffe verschönern können.

Ich fertige Arbeiten individuell nach Ihren Wünschen an. Gerne können Sie aber auch selbst unter meiner Anleitung kreativ werden und Ihre eigenen Lieblingsstücke anfertigen.

Da das eigentliche Blaudruckverfahren aus umwelttechnischen Gesichtspunkten heute nur sehr schwierig durchzuführen ist, beschränke ich mich momentan auf den Direktdruck, möchte aber auf langfristige Sicht auch den Blaudruck wieder aufleben lassen.
Beim Direktdruck arbeite ich mit speziell für den Stoffdruck entwickelten Farben, welche umweltverträglich und frei von Lösungsmitteln sind. Hierbei wird die Farbe mit dem Model direkt auf den Stoff übertragen.
Das Bedrucken muss sehr sorgfältig ausgeführt werden, da eventuelle Fehler nicht mehr korrigiert werden können. Auch diese Technik ist sehr alt und war in Bayern sehr beliebt. Es war früher der große Stolz jeder Bäuerin schön bedrucktes Leinen in ihrem Besitz zu haben.

 

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